Freitag, 11. Oktober 2024
Split-Cour Animeserien
Genau wie bei amerikanischen Serien, nimmt auch bei japanischen Animeserien die Qualität immer mehr ab. Das ist besonders gut abzulesen an dem zunehmenden Aufkommen von so genannten „Split-Cour“ Animeserien.

Mit „Split-Cour“ bezeichnet man Animeserien, die gegenüber traditionellen Animeserien eine deutlich niedrigere Zahl an Folgen pro Staffel aufweisen. Da sich Handlungsbögen in der Regel nicht in einer so kurzen Staffel voll entfalten lassen, wird der Haupt-Handlungsbogen über zwei oder drei solcher Kurzstaffeln aufgespannt, wobei zwischen den Kurzstaffeln oft mehrere Monate Pause liegen. Solche Kurzstaffeln haben für die Anime-Industrie natürlich grosse Vorteile (weniger Zeitdruck, geringeres finanzielles Risiko,...) für die Animefans dagegen haben sie eigentlich nur Nachteile.

Um dies zu verdeutlichen, hier ein Beispiel für eine Animeserie, die ich persönlich interessant finde: Re:Zero – Starting Life in Another World.

Staffel 1 (2016): 25 Folgen. Dabei stellt Folge 1 mit 50 Minuten Länge eine Doppelfolge dar. Effektiv gesehen handelt es sich also um 26 Folgen einer Länge von jeweils ca. 25 Minuten.

Staffel 2(2020 - 2021): 25 Folgen, im „Split-Cour“-Format. Folgen 1 bis 13 werden 2020 ausgestrahlt, Folgen 14 bis 25 2021. Die Länge der Folgen variierte zwischen 24 und 30 Minuten.

Staffel 3 (2024 - 2025): 8 Folgen in der ersten Staffelhälfte (Cour 1), die mit „Attack Arc“ betitelt ist und 8 Folgen in der zweiten Staffelhälfte (Cour 2), die mit „Counterattack Arc“ betitelt ist.

Einen „Attack Arc“ und einen „Counterattack Arc“ gibt es natürlich in der der Serie zugrunde liegenden Light Novel-Serie von Tappei Nagatsuki nicht. Die Bezeichnungen zeigen aber sehr deutlich auf, wie die bei Split-Cour-Animeserien übliche Aufsplittung von einem Handlungsbogen in zwei oder drei kleinere Handlungsbögen funktioniert. Denn es ist ja klar, dass viele Zuschauer nach ein paar Monaten schon die Handlung des ersten „Cour“ grösstenteils vergessen haben, wenn endlich (üblicherweise im darauffolgenden Jahr) der zweite „Cour“ anläuft. Somit muss ein möglichst spektakulärer „Cliffhanger“ her, der den Zuschauern nach dem Anschauen von Cour 1 leuchtend in Erinnerung bleibt. So zumindest die Theorie... ;)

Natürlich bleibt bei dieser künstlichen Überdramatisierung der Handlung vor allem eines im Argen: die Charakterentwicklung. Damit schon nach 8 Folgen der erste Cliffhanger kommen kann, muss die Handlung oft beschleunigt werden, werden Konflikte zwischen den Charakteren oft nur vereinfacht dargestellt usw. usf.

Bei Split-Cour Animeserien handelt sich also nicht nur um zwischenzeitlich „pausierte“ Anime, wie gelegentlich zu lesen ist.

Ich weiss nicht, ob ich mir Staffel 3 von Re:Zero überhaupt anschauen werde, aber wenn, dann werde ich mit dem Anschauen warten, bis alle 16 Folgen erschienen sind. Bei Staffel 2 (das war mitten in der Corona-Zeit) beging ich den Fehler mir Cour 1 sofort anzuschauen — der mit einem gemeinen Cliffhanger endete. Schliesslich hielt ich es nicht mehr aus mit der Warterei und beschaffte mir die dem Anime zugrunde liegende Light Novel, wo ich auch bald die Auflösung des Cliffhangers fand. Und natürlich las ich dann auch noch ein wenig weiter in der Light Novel. Als schliesslich Monate später Cour 2 rauskam... konnte ich dem nicht mehr viel Freude abgewinnen.



Donnerstag, 3. Oktober 2024
Der bittere Nachgeschmack bleibt
Zwar haben sich der Student und seine Freundin nach neuesten Meldungen wohl nicht mit dem Marburg-Virus angesteckt, aber die Erkenntnisse, die aus diesem Fall zurückbleiben, stimmen trotzdem sehr bedenklich.

Da gibt es ein afrikanisches Land in dem gleichzeitig mehrere gefährliche Viruserkrankungen grassieren (Marburg-Virus und Affenpocken), aber Touristen können weiter ungehindert in dieses Land einreisen — und es auch ungehindert verlassen, ohne dass sie im Anschluss eine Quarantänezeit zu fürchten hätten.

Ja, ich verstehe schon, dass ein afrikanisches Entwicklungsland auf Touristen angewiesen ist — aber so etwas darf doch nicht zu Lasten der globalen Gesundheit gehen.

Auch bei Corona ging eine der ersten Infektionsquellen von chinesischen Business-Reisenden aus, die sich nach Landung in Deutschland — obwohl seit Wochen bekannt war, dass in China das Corona-Virus grassierte — ungehindert unter das deutsche Volk mischen durften.

Und wenn wieder mal etwas schief geht — am Ende ist es dann keiner gewesen.



Mittwoch, 2. Oktober 2024
Begeht man wieder denselben Fehler wie bei Corona?
Verschiedene Medien berichten heute über einen deutschen Medizinstudenten (26), der in Berlin einen Virus-Alarm auslöste, weil er sich vermutlich in Ruanda bei der Betreuung eines Patienten mit dem Marburg-Virus ansteckte. Und natürlich kehrte er dann nach D-Land zurück, setzte sich in einen vollen ICE usw. usf.

Warum können Länder wie Ruanda, in denen ein potentiell tödlicher Virus wütet, gegen den es noch keinen Impfstoff gibt, noch immer frei bereist werden? Warum muss dieser junge Mann nach so einer Reise nicht zunächst eine gewisse Zeit unter Quarantäne verbringen?

Angeblich sind schon „Umfassende Maßnahmen“ um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern im Gange... wie gut das funktioniert hat man ja heute gesehen:

Am 27. September 2024 berichtete das Gesundheitsministerium von Ruanda erstmals über mehrere bestätigte Marburg-Virus-Infektionen im Land. Momentan werden ein Anstieg der Fallzahlen sowie Todesfälle in verschiedenen Regionen des Landes, einschließlich der Hauptstadt Kigali, gemeldet. Umfassende Maßnahmen zur Verhinderung einer Ausbreitung des Virus wurden durch die zuständigen Behörden mit Unterstützung der WHO intensiviert. Die Ausbruchsursache ist weiterhin nicht geklärt.

Quelle: Ruanda: Reise- und Sicherheitshinweise (Stand 2.10.2024)